Augen auf beim Mietvertrag.

Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, Ihren Mietvertrag genau durchzugehen, bevor Sie ihn unterschreiben. Holen Sie in Zweifelsfällen den Rat von Fachleuten ein. Einige  Punkte haben wir schon einmal für Sie zusammengestellt.

Ist die Wohnfläche korrekt angegeben, oder wurde hier ‚gemogelt‘?

Sie sollten überprüfen, ob die Wohnfläche im Mietvertrag korrekt angegeben ist. Grundsätzlich gilt, dass Nutzflächen wie z.B. der Keller und Flächen unterhalb von Dachschrägen mit weniger als einem Meter Höhe nicht zur Wohnfläche gerechnet werden. Bei Dachschrägen, deren Höhe geringer als zwei Meter (aber mindestens ein Meter) ist, wird die Grundfläche halbiert, und bei Balkonen, Terrassen und Loggien wird die Fläche zwischen 25 % und 50 % angesetzt in Abhängigkeit der Ortsüblichkeit.

Ist die Miethöhe angemessen?

Ist bald eine Mieterhöhung vorgesehen? Informieren Sie sich genau über die sogenannte Mietpreisbremse (§ 556d BGB). Diese sieht vor, dass in ausgewiesenen Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt die Miete auf höchstens 10 % oberhalb des Niveaus der örtlichen Vergleichsmiete (Mietspiegel) angehoben werden darf. Ausnahmen gelten für Neubauten und umfassende Modernisierungen. Neubauten sind Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet worden sind. Vergessen Sie nicht nachzulesen, ob und in welchen Gebieten die Mietpreisbremse für anwendbar erklärt worden ist.

Wie wird die Dauer des Mietvertrages festgelegt, und welche Möglichkeiten zur Kündigung haben Sie?

Ist der Mietvertag unbefristet, läuft er über einen bestimmten Zeitraum, oder enthält er eine Klausel, nach der er sich immer um einen vorgegebenen Zeitraum verlängert? Einem auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Vertrag kann ein formularmäßig vereinbarter, für beide Vertragsparteien geltender Kündigungsausschluss beigefügt werden, der einen maximalen Zeitraum von vier Jahren umfassen darf (vgl. BGH VIII ZR 86/10). Ist in diesem Punkt jedoch nichts festgelegt, hat der Mieter in der Regel eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Wie sieht es mit der Mietkaution aus?

Besprechen Sie vor Vertragsabschluss die Anlagemöglichkeiten mit Ihrem Vermieter. Die maximal zulässige Höhe der Mietkaution regelt § 551 BGB. Sofern eine Mietkautionsbürg­schaft von Ihrem Vermieter akzeptiert wird, kann diese idealerweise verträglich fixiert werden. Hier agiert beispielsweise eine Versicherung im Kautionsfall als Bürgschaftsgeber. Der Mieter zahlt nur einen relativ geringen jährlichen Beitrag.  Läuft das Mietverhältnis reibungslos erfolgen in der Regel keine weiteren Zahlungen. Für beide Parteien ist der geringe Verwaltungsauf­wand besonders angenehm. Der Vermieter ist vergleichbar einer Barkaution abgesichert und der Mieter kann sein Geld für sinnvolle Dinge nutzen (Beispiel: die Moneyfix® Mietkaution der Deutschen Kautionskasse AG, laut Focus Money die beste Mietkautionsversicherung auf erstes Anfordern).

Wie ist die Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen geregelt?

Dürfen Sie den Garten uneingeschränkt nutzen und mitgestalten? Gibt es eine Waschküche? Gehen Sie hier lieber auf Nummer sicher, bevor es später zu Missverständnissen kommt.

Wie dürfen Sie Ihre Wohnung nutzen?

Wenn Sie die Wohnung untervermieten möchten, achten Sie darauf, auch das in den Mietvertrag aufzunehmen. Prüfen Sie außerdem, ob und in welchem Rahmen bauliche Veränderungen an der Wohnung erlaubt sind und ob die Haltung von Haustieren gestattet ist. Übrigens: Kleintiere dürfen grundsätzlich in jeder Wohnung gehalten werden. Doch sprechen Sie auch hier offen mit Ihrem Vermieter, um ein gutes Mietverhältnis sicherzustellen.

Inwieweit sind Sie als Mieter zu Reparaturen an der Wohnung verpflichtet?

Grundsätzlich gilt, dass der Vermieter Reparaturen selbst übernehmen muss. Dem Mietvertrag kann jedoch eine Kleinreparaturklausel hinzugefügt werden, die Sie unter bestimmten Voraussetzungen zur Übernahme kleinerer Schäden verpflichtet.